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Coronavirus zwingt zu Jobrotation: Norbert Hofer als GIS-Mitarbeiter unterwegs

Krisenzeiten erfordern Krisenmaßnahmen: Systemerhaltende Jobs müssen auch weiterhin durchgeführt werden, die steigenden Erkrankungen führen in diesen Bereichen jedoch zu gefährlichen Engpässen. Daher werden Menschen aus Bereichen abgezogen, die nicht unbedingt notwendig sind, um vorübergehend ein geordnetes Leben in Österreich zu ermöglichen. Jobrotation ist das Schlagwort der Stunde.

Noch vor einer Woche lief eine FPÖ-Kampagne gegen den ORF, „Weg mit den ORF-Zwangsgebühren“ war auf der Facebook-Seite von Norbert Hofer zu lesen. Doch das Coronavirus hat alles geändert. Heute begleiten wir Norbert Hofer auf seinem Einsatz als Mitarbeiter der GIS. Er wurde von seinen Parteidiensten freigestellt („Meine Arbeit als FPÖ-Verkehrssprecher ist anscheinend nicht systemrelevant!“), und ist seitdem als GIS-Kontrolleur unterwegs.

Hofer läutet an eine Tür im 20. Wiener Gemeindebezirk. Zunächst ist nichts zu hören, dann ertönt doch noch eine Stimme aus der Meldeanlage: „Was?“. Norbert Hofer erklärt höflich wie immer, dass er von der GIS sei, und der Wohnung einen Informationsbesuch abstatten möchte. Das heißt, für diese Adresse ist keine GIS-Meldung bekannt, er möchte deshalt über die Melde- und Gebührenpflicht informieren. Beim ersten Mal wird Herrn Hofer nicht geöffnet. „Das ist eigentlich immer so!“ meint er mit einem Lächeln. Man merkt, dass er schon seit einigen Tagen für die GIS unterwegs ist, und sich schon gut in die neue Rolle eingearbeitet hat. Noch einmal läutet er. „Was jetzt?“ ertönt es aus dem Lautsprecher, Norbert Hofer verstellt seine Stimme etwas höher, erklärt wirklich sehr lieb, dass er gerne auf einen Kaffee raufkommen würde, um einfach nur so zu plaudern. Ihm wird geöffnet, er verschwindet im Stiegenhaus, wir warten vor der Tür. 45 Minuten später kommt der Neo-GIS-Mitarbeiter freudestrahlend heraus. „TV, Radio und Internet – alles ist jetzt angemeldet. Das war ein Jackpot!“

Hat sich seine Sicht auf den ORF durch diese Tätigkeit geändert? „Natürlich würde ich heute manche Aussagen von damals nicht mehr machen. Aber sehen sie, ich war halt damals, vor 2 Wochen, wirklich auch noch jung, ungebildet und, ja, das muss ich zugeben, doch ein bisschen populistisch und nicht immer ganz ehrlich unterwegs. Aber heute, 2 Wochen später, bin ich älter, weiser, hab eine GIS-Ausbildung hinter mir, unzählige Begegnungen mit Fachkräften und Experten und ich muss sagen, ich kann mir jetzt eine Tätigkeit als GIS-Mitarbeiter auch nach der Coronakrise durchaus vorstellen.“

Sagt es, und geht auch schon zur nächsten Wohnung weiter. „Ja, von der GIS bin ich, na sie klingen aber sehr lieb, na kann ich auf einen Kaffee raufkommen, damit wir ganz nett miteinander plaudern können?“. Die Tür öffnet sich, und Norbert Hofer verschwindet ins Stiegenhaus. Es scheint, als ob dieser Mann seine Berufung gefunden hat.

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